Donnerstag, 28. April 2016

Die Explikation der assoziativen Synthesis als ein Prinzip der passiven Genesis Der Begriff der Intentionalität bei Husserl

Die Explikation der assoziativen Synthesis als ein Prinzip der passiven Genesis
Der Begriff der Intentionalität bei Husserl


Bei Husserl kommt der Begriff von Intentionalität als reell immanenter Gegenständlichkeit nicht mehr vor.
Vielmehr seien ‚die sogenannten immanenten Inhalte bloß intentionale und andererseits sind die wahrhaft immanenten Inhalte, die zum reellen Bestande der intentionalen Erlebnisse gehören, nicht intentional‘ (Hua XIX, 1).

Die Unterscheidung liegt zwischen ‚reell immanentem Inhalt‘ als dem intentionalen Akt und ‚intentional immanentem Gegenstand‘ als dem intentionalen Korrelat.
Der intentionale Gegenstand ist bei Husserl nicht reell immanent, sondern intentional immanent.

Die Grundstruktur des Bewusstseins von etwas, Bewusstseins-Akte wie Wahrnehmung, Erinnern, Phantasieren, sind stets gegenständlich bezogen. Das Bewusstsein bezieht sich in der Wahrnehmung auf ein Wahrgenommenes, in der Erinnerung auf ein Erinnertes, in der Phantasie auf ein Phantasiertes.
Es besteht eine Korrelation zwischen den Bewusstseins-Akten und dem jeweiligen Gegenstand des Aktes.
Im intentionalen Akt konstituiert das Bewusstsein ursprünglich die Gegenständlichkeit.
In den Ideen I führt Husserl eine Unterscheidung zwischen noetischer und noematischer Intentionalität ein; als noetische Intentionalität wird das Verhältnis des noetischen Bewusstseinserlebnisses zum noematischen Bewusstseinsobjekt bezeichnet; als noematische Intentionalität die Verweisung, die zwischen verschiedenen noematischen Gegebenheiten konstituiert werden, eine Vorstellung von einer zweiten Vorstellung.
Die noematische Intentionalität ist davon abhängig, dass sie von einer noetischen umfangen und durchlebt ist.
Diese richtet sich in einem primären Strahl auf den Kern der Wahrnehmung und in sekundären Strahlen auf die Verweisungen, die von diesem Kern ausgehen, die mindestens potentiell gegeben sind.
Intentionalitäten, die von einer ursprünglichen Intention abhängig sind, wie Horizontintention, nennt Husserl auch sekundäre, sofern das Ich nicht in einem interessierten Vermeinen in ihnen agiert, passive Intentionalität.

‚Wir brauchen offenbar für das Bewusstsein, in dem etwas als in diesem Sinn intendiertes ausgezeichnet ist, ein Wort.
Hier versagt leider die Sprache, die für phänomenologische Unterschiede nicht interessiert sein kann. Auch die Sprache der Phänomenologie in ihren Anfängen wurde diesem eigentümlichen Bewusstsein nicht gerecht, dessen besondere Stellung und Funktion nicht sogleich erkannt war.

Ich werde im weiteren von assoziativer Intention sprechen, womit auch zum Ausdruck kommt, dass es sich um eine Grundeigenheit in der passiven Sphäre handelt und nicht um eine Art von Meinen des aktiven Ich‘ (Analysen zur passiven Synthesis).

Veröffentlicht von Lilith Dan 

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