Mittwoch, 30. März 2016

Kant: Kritik der praktischen Vernunft. Die Imperative

Kant: Kritik der praktischen Vernunft.
Die Imperative


Die Gesetze der praktischen Vernunft haben einen fordernden Charakter.
Sie sagen: So sollst du handeln!

Alle Imperative werden durch ein Sollen ausgedrückt und zeigen dadurch das Verhältnis eines objektiven Gesetzes der Vernunft zu einem Willen an, der seiner subjektiven Beschaffenheit nach dadurch nicht notwendig bestimmt wird.

Die hypothetischen Imperative stellen die praktische Notwendigkeit einer möglichen Handlung als Mittel zu etwas Anderem und sind daher bedingt allgemeingültig und haben die Form: ‚Du sollst so oder so handeln, wenn…‘.

Da jedes praktische Gesetz eine mögliche Handlung als gut und darum für ein durch die Vernunft praktisch bestimmbares Subjekt als notwendig vorstellt, sind alle Imperative Formeln der Bestimmung der Handlungen, die nach dem Prinzip eines in irgendeiner Art guten Willens notwendig sind.

Der hypothetische Imperativ sagt nur, dass die Handlung zu irgendeiner möglichen oder wirklichen Absicht gut sei.
Alle Grundsätze, die ein Objekt zum Bestimmungsgrund des Willens machen, können kein allgemein gültiges praktisches Gesetz abgeben.

Praktische Gesetze können nur nach Prinzipien der objektlosen Willensbestimmung gelten, ein rein formales Gesetz, frei von allem Empirischen.

Der kategorische Imperativ wird durch keine Bedingung eingeschränkt und hat die Form: ‚Du sollst das und das tun!‘
Er stellt eine Handlung nur für sich selbst, ohne Beziehung auf einen Zweck, als objektiv-notwendig, dar.

Praktisch gut ist, was vermittelst der Vorstellungen der Vernunft, mithin nicht aus subjektiven Ursachen, sondern objektiv, das heißt, aus Gründen, die frei für jedes vernünftige Wesen als solches gültig sind, den Willen bestimmt.


Veröffentlicht durch Lilith Dan

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