Donnerstag, 17. Dezember 2015

König Salman und Sohn Mohammed als ‚Anführer der arabischen Welt‘

König Salman und Sohn Mohammed als ‚Anführer der arabischen Welt‘

Nach der Veröffentlichung einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND) über Saudi-Arabien, in der auf dessen destabilisierende Rolle in der Golfregion hingewiesen wird ‚…Die bisherige vorsichtige diplomatische Haltung der älteren Führungsmitglieder der Königsfamilie wird durch eine impulsive Interventionspolitik ersetzt‘…, versuchte das Königreich mit einer lächerlich anmutenden 66.000-Euro-Anzeige in der FAZ mit dem Titel ‚Das Königreich Saudi-Arabien. Initiativen und Aktionen zur Bekämpfung des Terrorismus‘ (Orbit Eight LLC, Riad) dem erstaunten Leser seine Redlichkeit zu versichern.

Was geschah im Hintergrund nach der Veröffentlichung der BND-Analyse:
Seit 2011 informiert ein saudischer Whistleblower unter dem Twitter-Account @mujtahidd die Öffentlichkeit über peinliche Details und Korruptionsaffären aus dem saudischen Königshaus.

So auch letzte Woche nach der Veröffentlichung der BND-Analyse über Saudi-Arabien:
Der als impulsiv und postinfantil geltende Vizekronprinz Mohammed bin Salman soll wütend den saudischen Botschafter in Berlin angerufen und ihm eine ‚Richtigstellung‘ in Form dieser merkwürdigen Anzeige befohlen haben.

Trotz der üblichen Drohungen, die sich der deutsche Botschafter in Riad anhören musste, ließ Vizekanzler Sigmar Gabriel verlauten, dass Saudi-Arabien islamischen Extremismus exportiere und man nicht länger darüber hinwegsehen dürfe.

Am Montag, den 14.12.15 kündigte der Vizekronprinz Mohammed bin Salman an, dass sich unter der Führung Saudi-Arabiens 34 Staaten zu einer Allianz gegen den Terrorismus zusammengeschlossen hätten, ‚um diese Krankheit auszurotten, die die islamische Welt bereits geschädigt hat, bevor sie begann, die gesamte Welt in Mitleidenschaft zu ziehen‘.
Doch scheinbar wissen einige Länder nichts von einer Allianz oder wollen keiner beitreten.
So zeigte sich am Mittwoch Pakistan überrascht über diese Allianz, Indonesien und Libanon lehnen eine Teilnahme ab.
Die Geschichte geht weiter und man kann sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge betrachten.

Zum Lachen ist die alberne und niveaulose Profilierungssucht der Machthaber.
Zum Weinen ist der von Saudi-Arabien geführte Krieg im Jemen. Er hat bisher über 6000 Menschenleben gefordert und entwickelt sich immer mehr zu einem humanitären und militärischen Chaos, in dem der IS die Macht übernimmt.

Seit Osama bin Laden wird das absolutistische Königreich Saudi-Arabien und seine Nähe zu islamistischen Gruppierungen intensiver beobachtet, da sich der Absolutheitsanspruch des Wahhabismus von der Ideologie des Islamischen Staates kaum unterscheidet.

Um ihre Ideologie zu verstehen, stellen sich Fragen nach der Entstehung des absolutistisch regierten Königreichs, auf welcher Ideologie sich die alleinige Regierung von Staat und Religion gründet und wie sie der saudische Staatsbürger heute erlebt und welche innenpolitische Probleme darauf zurückzuführen sind.
Auch die Fragen, welche Nähe ihr islamistischer Fundamentalismus zum Terrorismus hat und welche Mittel der Wahhabismus anwendet, um ihren größenwahnsinnigen Anspruch einer weltweiten Theokratie zu verwirklichen.

All diesen Fragen werden wir in verschiedenen Aufsätzen nachgehen, so dass sich der Leser sein Bild über dieses Königreich machen kann.

veröffentlicht von Lilith Dan


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